Seminarbericht 2010
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Seminare
Ein Seminar für den Erhalt des Sachkenntnisnachweises für die Hundezucht und Haltung gemäß § 11 und §11b des Tierschutzgesetzes gegenüber den Behörden wurde am Sonntag, den 13.06.2010 in 74850 Schefflenz im Kleintierzuchtverein Schefflenz abgehalten.
Das Seminar des ACI e.V. sollte allen
Hundebesitzern, Züchtern und Zuchtwarten, sowie Formwertrichtern die
notwendigen Voraussetzungen der Rassehundezucht und die Fähigkeiten und
Kenntnisse der modernsten Hundehaltungs- und Zuchtvorschriften
übermitteln.
Ein Auswahlordner mit gesetzlichen
Empfehlungen, Vorschriften und Fachunterlagen wurden
selbstverständlich jedem Teilnehmer überreicht.
ACI e.V konnte sich über 31
Anmeldungen für das diesjährige Züchterseminar freuen, der weiteste
Angereiste war Herr Sievers aus Kiel, desweiteren waren
Seminarteilnehmer aus Nürnberg, Ansbach, Dörzbach, Karlsruhe, Bruchsal,
Waldems, Castrop Rauxel, Rastatt, Burbach, Stammberg, Lenningen,
Burgau, Erkenbrechtsweiler, Verden-Aller, Kronach, Stockheim, Offenau,
Neuental und Königheim pünktlich vor Ort.
Die Vorträge und selbst hergestelltes Filmmaterial sollte den Seminarteilnehmern das Wissen hautnah übermitteln.
Herr Keshani stellte gleich beim
Anfang des Seminars fest: „Züchter werden ist nicht schwer.. Züchter
sein dagegen sehr“. Züchten heißt, eine Rasse stetig und ständig
zu verbessern, die Eigenschaften einer Rasse allmählich zu
vervollkommnen und ihre Leistungsfähigkeit zu steigern. Man muss nicht
nur ein Zuchtziel vor Augen haben, sondern muss sich auch mit
Vererbungsgesetzen, Inzestzucht, Inzucht, Kreuzungen,
Mendelsche Erbregeln, Züchtungsmethoden, Zuchtorganisationen
vertraut machen. Ein Züchter von Rassehunden kann nur der sein, der
Mitglied einer seriösen kynologischen Organisation ist und damit die
Satzung oder den Status, die Richtlinien, Beschlüsse und Ordnungen
dieser Organisation anerkennt und verwirklichen hilft, die einmal der
weiteren Verbesserung der zu züchtenden Rassehunde und ihrem Schutz,
zum anderen der Durchsetzung der Züchterorganisationen dienen. Der ACI
e.V. hat in dieser Hinsicht über die Jahre vorbildliche Arbeit
vorzuweisen. Zur Zucht gehört die aktive Teilnahme am
gesellschaftlichen Leben der Organisation, die Suche und Pflege des
Erfahrungsaustausches mit anderen Züchtern, die Ausstellung der Tiere
auf Rassehundeausstellungen durch die Züchter. Zur Zucht gehört viel
Liebe zu den Tieren. Das Interesse an der Zucht und das Vermögen, viel
Arbeit, Zeit, Mühe, Sorgen und auch Rückschläge hinzunehmen und
trotzdem nicht die Lust zu verlieren. Wer meint, damit Geld zu
verdienen zu können, solltet erst gar nicht beginnen. Spätestens
nachdem er drei oder vier Jahre Rassehunde gezüchtet hat, wird er seine
Meinung relativieren müssen.
Frau Kos lies uns an ihrer
langjährigen Zuchterfahrung mit dem nächsten Beitrag
teilhaben.
Sie referierte über Physiologie des
Geschlechtsapparates, Sexualzyklen, Paarung und Trächtigkeit,
Deckverhalten, Schwangerschaft, Maßnahmen vor und während der Geburt.
Komplikationen und Erkrankungen, die während der Geburt auftreten
können. Sehr interessant war die selbst gedrehte Dokumentation der
Geburt ihrer Hündin. Danach gab es hilfreiche Ratschläge zur Pflege der
Neugeborenen, ein paar Geheimtipps zur erfolgreichen Welpenaufzucht und
Prägung und vieles vieles mehr.
Herr Tierarzt Dr. med. vet.
Waberschek hielt einen interessanten Erste-Hilfe Kurs ab. Er erklärte
den Inhalt eines Erste Hilfe Koffers.- Die Grundausstattung.
Was beinhaltet die Erstversorgung bei einer Verletzung im Kopf-
und Fangbereich?, Wie verhält es sich bei Stumpfen Verletzungen,
Knochenbrüchen, Schock, Bewusstlosigkeit, Atemstillstand? Wie
funktioniert Mund-zu-Mund-Beatmung wirklich? Was ist zu tun bei
Hitzschlägen, Krämpfen und Anfällen? Das alles und mehr wurde hier
beantwortet und die Mopshündin von Fr. Kos stellte sich zum Üben zur
Verfügung und weiss jetzt auch wie ihr in Zukunft geholfen
wird..
Desweiteren hielt Herr Waberschek
einen Vortrag über die neuesten Erkenntnisse betreffend HD,ED und
Patellaluxation, sowie weitere Erbkrankheiten und erklärte den genauen
Sachverhalt der Kriterien der Auswertung von Röntgenbildern gemäß den
ACI e.V. Statuten. Ein sehr wertvoller Beitrag. Danach stand er für
Fragen der Teilnehmer zur Verfügung.
Nicht zuletzt hielten uns die
Verbandsrechtsanwälte John und Partner aus Heidelberg und Stuttgart
Herr RA Jörg John und RA Christine Barth über die Neuerungen des
Tierrechts auf dem Laufenden.
Sie referierten über Themen wie:
Kaufverträge, Privatautonomie und ihre Grenzen: Noch Hobbyzüchter oder
schon Unternehmer? Ist der Hund neu oder schon gebraucht? Der
Unterschied zwischen Individualvereinbarung/AGB.. Die Mängelhaftung:
Der mangelhafte Hund? Welche Rechte hat der Käufer? Beweislast und
Beweisumkehr. Wann kann eine Haftung ausgeschlossen
werden?
Tipps zur Vertragsgestaltung oder: So
kann das Haftungsrisiko begrenzt werden!
Die Rechtsanwälte standen für Fragen
und Anregungen der Seminarteilnehmer zur
Verfügung.
So kann man abschließend auf einen
schönen Seminarablauf zurückblicken. Vortragsredner waren sehr
motiviert und Teilnehmer sehr interessiert daran zu lernen und so viel
wie möglich mitzunehmen.
Danke auch an den vereinseigenen
Küchenchef und die Küchenmannschaft, die eine Vorspeise aus Schafskäse
und Tomaten-Kräuter Weißbrot und Salat zauberte. Das Hauptgericht
bestand aus gebackenen Schnitzeln, Soße und Pommes und
Semmelknödeln… Es gab den ganzen Tag belegte Brötchen , Kaffee und
selbstgebackenen Kuchen.
Also waren alle rundum gut versorgt
und gut gelaunt…
Bis zum nächsten Mal.
Ihr ACI e.V. Team

